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Was geht in den Hunden vor?

Welche Prozesse laufen beim Hund ab, wenn er lernt und wie kann man beeinflussen, was er lernt?

Dieses mal hat der Hundetrainer Rolf C. Frank in seiner Vortragsreihe in der „Bauernschänke“ in Bramstedt bei Bremerhaven sein Modell vom emotionalen Lernen vorgestellt.

Ein Beitrag aus dem „Osterholzer Kreisblatt“.

Wenn der Hund einen Reiz durch Sehen, Hören und Riechen erfährt, löst das eine Emotion aus, die positiv, negativ oder auch gleichgültig sein kann. Aufgrund dieser Gefühlslage trifft der Hund seine Entscheidung, wie er sich verhält. Bei starker negativer, aber auch bei starker positiver Emotion kann der Hund seine Verstandesleistungen nicht steuern sondern es laufen biologische Reaktionen ab, wie Flucht, Aggression oder unkontrollierter Übereifer. Die Mitwelt, ob anderer Hund, Mensch oder krachmachende Maschine, zeigt Resonanz auf das entgegengebrachte Hundeverhalten, der Hund verspürt die Folgen seines Verhaltens. Dies wiederum beeinflusst seine Gefühle positiv oder negativ und wird mit dem ursprünglich empfundenen Reiz verknüpft. Der Hund hat gelernt.

Mit vielen Beispielen belegte Franck dieses Modell vom emotionalen Lernen. Lernziel sei, dass der Hund auf viele äussere Reize im täglichen Leben gelassen oder gleichgültig reagiere, wie bei der Begegnung mit Artgenossen, wenn der Besuch klingelt, bei Gewitter oder im Hundesport. Dazu könne der Hundehalter eine Menge beitragen.,

bereits im Welpenalter werden die Weichen für ein gelassenes Verhalten gestellt. Auf Fremdes reagiert der junge Hund oft mit einem Wechsel aus Angst und Neugier. „Lassen Sie dem Hund Zeit Neues zu erkunden“, riet Franck. Als Beispiel führte er die gelben Säcke der Müllabfuhr an. Wenn der junge Hund gelernt hat, dass die Säcke keine Gefahr oder Bedrohung darstellen, gehe er in Kürze gleichgütig daran vorbei. Belohnung für gewünschtes Verhalten durch Wort, Click oder Leckerlies seien dabei Pflicht. Auf keinen Fall sollte der Hundehalter bei Ängstlichem Verhalten dieses ignorieren, sondern ihm beistehen. „Sie dürfen ihren jungen Hund ruhig auf den Arm nehmen.“

Vehement sprach er sich gegen die Welpenspielgruppen aus. „Das ist so, als wenn sie ein Gruppe von Analphabeten auffordern, nun lernt mal lesen und schreiben“. Im freien Spiel würden starke positive Emotionen geweckt, der Hund wolle toben. Ohne bewusste Entscheidung werde auf jeden Hund zugerannt und dieser heftig zum Spiel aufgefordert. Dieses Verhalten könne ausserhalb des Hundeplatzes zu unangenehmen Hundebegegnungen führen. Ein zurück haltender Hund, der im freien Spiel ständig umgerannt oder gezwickt werde, werde als Konsequenz seiner Lernerfahrung Artgenossen von vornherein aggressiv abwehren. Dennoch sei der Kontakt zu erwachsenen Hunden mit einem guten Sozialverhalten wichtig. So lerne der Hund, wie eine Bekanntschaft auf freundliche Art gemacht wird: umkreisen, beschnüffeln und dann eine bewusste Entscheidung treffen zum Spiel oder Weitergehen.

Das häufigste Problem bei Hunden sei die erlernte Aggression, ob nun aus Angst oder als erfolgreiche Strategie. Franck stellte eine Reihe von Hilfsmitteln vor, mit denen im Verhaltenstraining unerwünschte Reaktionen gehemmt oder umkonditioniert werden können. „Gentle Leader“ nennt sich ein Kopfhalfter, dass einen Druck auf die obere Nase ausübt und den Kopf zur Seite dreht. Dies wird bei stark erregten Hunden eingesetzt, „die lernen müssen sich zu benehmen“, so Franck.

Sind Hunde auf dem positiven Effekt der Clickertechnik eingespielt, lassen sich fremde Situationen meist gut meistern.

Ein Hartgummispielzeug (Kong) mit einem Hohlraum für leckere Sachen, pries der Hundefachmann als gutes Stressabbaumittel an. Ob der Hund lerne allein in der Wohnung zu bleiben oder wenn er Übereifer im Hundesport zeige, dieses Kauwerkzeug helfe Stress zu bewältigen

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